Grenzach-Wyhlen, 22. November 2021
Am 19. November 2021 hat die Europäische Kommission Gavreto®▼ (Pralsetinib) zugelassen für die Behandlung von erwachsenen Patient:innen mit Rearranged-during-Transfection (RET)-Fusions-positivem, fortgeschrittenem nicht‑kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Der Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) wird angewendet als Monotherapie bei Patient:innen, die zuvor nicht mit einem RET-Inhibitor behandelt wurden. Gavreto ergänzt das etablierte First-Line-NSCLC-Portfolio von Roche um eine weitere effektive Therapieoption. Entscheidend für die Zulassung waren die Ergebnisse der ARROW-Studie, die eine sehr hohe Ansprechrate und lange Ansprechdauer bei nicht systemisch vorbehandelten RET-Fusions-positiven Patient:innen belegen.2
„Von anderen NSCLC-Subtypen mit einer Treiberalteration, wie ALK- oder ROS1-Fusionen, wissen wir, welchen Unterschied zielgerichtete Wirkstoffe insbesondere in der Erstlinie für die Prognose der Patientinnen und Patienten machen. Sie können damit z. T. mehrere Jahre gut mit der Erkrankung leben. Daher ist es sehr positiv, dass wir nun auch das RET-Fusions-positive NSCLC frühzeitig mit einem spezifischen Inhibitor behandeln können“, bewertete Prof. Dr. Frank Griesinger (Oldenburg) die Zulassung von Pralsetinib, aber auch die dafür relevanten Daten der ARROW-Studie.
8 von 10 Patient:innen sprechen schnell an
In die noch laufende Phase-II-Studie ARROW sind bis zum Cut-Off (November 2020) 216 Patient:innen mit einem messbaren, fortgeschrittenen RET-Fusions-positiven NSCLC eingeschlossen worden. Relevant für die First-Line-Zulassung war die Auswertung der Patient:innen, die keine systemische Vortherapie erhalten hatten (n = 68). Es zeigte sich, dass von diesen 79 % (95%-KI: 68 – 88 %) auf die Behandlung mit Pralsetinib ansprachen – und zwar im Median nach weniger als zwei Monaten.2 Bei den Patient:innen, die mit einer Platin-basierten Chemotherapie vorbehandelt waren (n = 126), betrug die mediane Gesamtansprechrate 62 % (95%-KI: 53 – 70 %).2
Die mediane Ansprechdauer konnte für die First-Line-Patient:innen zum Cut-Off noch nicht bestimmt werden (95%-KI: 9,0 Monate – n.e.).2 Das progressionsfreie Überleben dauert median mehr als ein Jahr an (mPFS*: 13,0 Monate; 95%-KI: 9,1 Monate – n.e.).2
Nicht nur systemisch wirksam
Ähnlich wie Alecensa®▼ (Alectinib) und Rozlytrek®▼ (Entrectinib) ist Pralsetinib auch im ZNS wirksam: Präklinische Studien belegen eine signifikante intrakranielle Anti-Tumor-Wirksamkeit.3 Daten von Patient:innen mit messbaren ZNS-Metastasen, die zuvor bereits eine Chemotherapie erhielten, zeigen eine ZNS-ORR von 56 %.4
„Die Daten bedeuten für Patientinnen und Patienten mit RET-Fusions-positivem NSCLC eine deutliche Verbesserung der Therapiesituation“, betonte Dr. Daniel Misch (Berlin), selbst Studienarzt in der ARROW-Studie. „Bei Pralsetinib deutet sich eine Wirksamkeit an, wie wir sie von anderen TKI, etwa beim ALK- oder ROS1-Fusions-positiven NSCLC, kennen. Zudem zeigt sich wie bei anderen TKI eine sehr gute Verträglichkeit."
Pralsetinib erwies sich als sicher und gut verträglich, sodass eine Langzeitbehandlung möglich ist. Das Sicherheitsprofil ist gut zu handhaben – bei Bedarf auch durch Dosisreduktionen. Die meisten Nebenwirkungen waren vom Grad 1 – 2. Nur 8,1 % aller in die Studie eingeschlossenen Patient:innen** brachen diese aufgrund therapiebedingter Nebenwirkungen ab.1 Nach der nun erfolgten Zulassung wird Gavreto voraussichtlich ab Mitte Dezember verfügbar sein.
* gemessen an der Wirksamkeits-Population: n = 75
** Sicherheitspopulation: n = 528
Referenzen
1 Fachinformation Gavreto®, aktueller Stand.
2 Curigliano G et al., J Clin Oncol 2021; 39 (suppl 15): Abstr 9089.
3 Evans E et al., J Thorac Oncol. 2019; 14(10): S701.
4 Gainor JF et al., Lancet Oncol 2021; 22: 959–569.
Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation
Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.
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