Tecentriq® (Atezolizumab) ist in Kombination mit Avastin® (Bevacizumab) der Therapiestandard bei Patient:innen mit fortgeschrittenem oder nicht resezierbarem hepatozellulärem Karzinom (HCC).

Der Elecsys® GAAD-Algorithmus liefert Möglichkeiten für eine frühzeitige Diagnose des HCC.

Verleihung des Nachwuchsforschungspreises Leberkrebs 2022 durch den Kongresspräsidenten an Dr. Bernd Heinrich, Hannover, für seine Forschung „The Tumor Microenvironment Shapes Innate Lymphoid Cells in Patients with Hepatocellular Carcinoma“. Der Preis wird von der Roche Pharma AG gestiftet und die Verleihung fand im Rahmen des Viszeralmedizin-Kongresses statt.

Die Kombination aus dem PD-L1-Inhibitor Tecentriq und dem Angiogenesehemmer Bevacizumab hat sich nach der Zulassung im Oktober 2020 schnell als neuer Behandlungsstandard in der First-Line-Therapie des fortgeschrittenen oder nicht resezierbaren hepatozellulären Karzinoms (HCC) etabliert. Dazu haben die raschen Aktualisierungen der S3-Leitlinie sowie der European Society for Medical Oncology (ESMO) mit höchstem Empfehlungsgrad beigetragen.[1,2]

„Nicht nur wirksame Therapieoptionen spielen eine wichtige Rolle für die Patient:innen, auch die Verbesserung der Frühdiagnostik kann dazu beitragen, dass Patient:innen mit hepatozellulärem Karzinom zukünftig eine besserer Prognose haben werden“, erklärt Prof. Peter R. Galle, Mainz. Aspekte der Diagnostik und Therapie vereint Roche in einem gemeinsamen Ansatz: „OneLiver“. Hintergrund ist die sich rasch wandelnde Gesundheitsversorgung zu einer immer stärker personalisierten Versorgung, die digitale Technologien nutzt und dadurch neue Möglichkeiten eröffnet. Neben der bislang einzigen zugelassenen Krebsimmuntherapie Tecentriq zur Behandlung von Patient:innen mit HCC, sprachen Expert:innen auf dem Kongress auch zum Elecsys GAAD-Score als innovativem Diagnosealgorithmus.[3-7]

„Die frühzeitige Erkennung von HCC ist von entscheidender Bedeutung, um den Patientinnen und Patienten eine möglichst frühe und effektive Behandlung zu ermöglichen“, so Prof. Jörg Trojan, Frankfurt am Main. Elecsys GAAD ist ein CE-IVD-gekennzeichneter Algorithmus, mit dem die HCC-Diagnostik besonders im Frühstadium deutlich verbessert werden könnte. Elecsys GAAD liefert einen semiquantitativen Score, indem er die quantitativen Messungen der Biomarker AFP (alpha-Fetoprotein) und PIVKA-II (Protein-induziert durch Vitamin-K-Abwesenheit) in Humanserum bzw. -plasma mit Geschlecht und Alter in einem Algorithmus kombiniert.[6-8]„Der Elecsys GAAD-Score steigt mit zunehmendem HCC-Risiko. Ein klinisch validierter Schwellenwert ermöglicht die einfache Interpretation und weist auf das Vorliegen eines HCC hin. In Kombination mit dem Ultraschall, werden Ärzt:innen so in der Lage sein können, die Diagnose früher zu stellen und somit schneller eine adäquate Therapie zu beginnen“, so Prof. Trojan. Der GAAD-Score weist in den frühen Stadien eine Sensitivität von 78,9 % (67,6 % – 87,7 %) auf bzw. von 86,5 % (80,2 % – 91,5 %) über alle HCC-Stadien hinweg, bei einer Spezifität von 91,3 % (86,7 % – 94,8 %).[6-8]

Therapiestandard und Ausblick beim HCC

„Tecentriq in Kombination mit Bevacizumab ist heute unser etablierter Standard für die First-Line – das bestätigen auch die Leitlinien“, so Prof. Dr. Marie-Luise Berres, Aachen. Die Studienbasis hierfür bildete die multizentrische, randomisierte und offene Phase-III-Studie IMbrave150 und zeigte eine klinisch relevante Überlegenheit der Kombinationstherapie gegenüber Sorafenib in allen Endpunkten: Während die Patient:innen im Sorafenib-Arm median 13,4 Monate überlebten, lag der Median für Patient:innen in der Gruppe mit Tecentriq plus Avastin bei 19,2 Monaten – bei gleichzeitig längerem Erhalt der von Patient:innen angegebenen Lebensqualität (11,2 Monate vs. 3,6 Monate unter Sorafenib; HR: 0,63; 95 %-KI: 0,46 – 0,85).[4,5]

Ausgehend von den erreichten Therapiefortschritten beim HCC wird heute intensiv nach weiteren innovativen Behandlungsoptionen geforscht. „Es wird untersucht, ob systemische Kombinations-therapien zukünftig nicht erst nach lokalen Maßnahmen wie transarterielle Chemoembolisation (TACE) eingesetzt werden, sondern kombiniert“, erläutert Prof. Dr. Berres. „Weiterhin sind wir auf die Therapieeffekte der Kombinationstherapie in späteren Linien sowie dem adjuvanten Setting gespannt.“ Als eine mögliche Perspektive zur Besserung der Prognose von Patient:innen zeichnen sich ferner die Kombination verschiedener Immuntherapien und/oder die Kombination von Immuntherapien mit Tyrosinkinaseinhibitoren ab. Die verschiedenen Behandlungskonzepte sind bislang nicht zur Therapie des HCC zugelassen, sondern Gegenstand klinischer Prüfungen.

Nachwuchsforschungspreis Leberkrebs 2022

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hat im Rahmen des Viszeralmedizin-Kongresses 2022 Dr. Bernd Heinrich, Hannover, als diesjährigen Empfänger des Nachwuchsforschungspreises Leberkrebs geehrt. Die DGVS würdigt damit seinen Beitrag zum Thema „The Tumor Microenvironment Shapes Innate Lymphoid Cells in Patients with Hepatocellular Carcinoma“.[9] Mit dem Nachwuchsforschungspreis Leberkrebs zeichnet die DGVS herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich der klinischen oder experimentellen Erforschung des HCC aus. Der Preis wurde durch den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Thomas Frieling, Krefeld, verliehen und ist mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro dotiert, gestiftet von der Roche Pharma AG. Damit unterstreicht das forschende Pharmaunternehmen sein Engagement beim HCC und den Stellenwert der Grundlagenforschung für die Entwicklung therapeutischer Lösungen.

[1] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik und Therapie des Hepatozellulären Karzinoms und biliärer Karziome, Langversion 2.0, 2021, AWMF Registernummer: 032/053OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/hcc-und-billiäre-karzinome (letzter Aufruf: 20.09.2022)

[2] Vogel A, Martinelli E, Ann Oncol 2021, 32: 801–805

[3] Fachinformation Tecentriq®; aktueller Stand

[4] Finn RS et al., N Engl J Med 2020; 382(20): 1894–1905

[5] Finn RS et al., J Clin Oncol 2021; 39 (Suppl): Abstract 267

[6] Performance Evaluation of the Elecsys® GAAD Assay for the Detection of Hepatocellular Carcinoma Across Different Disease Stages and Etiologies - Presented at ISHVLD GHS 2021, 18–20 June, 2021. Global Hepatitis Summit

[7] Elecsys GAAD Method Sheet. Reference: 09342192001

[8] Trojan J et al., DGVS 2022; oral presentation

[9] Heinrich B et al., Gut 2022; 71(6): 1161–1175

Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation

Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.

Viszeralmedizin-Kongress 2022: Standards setzen für die Früherkennung und Therapie des hepatozellulären Karzinoms

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