PatientInnen mit RET-Fusions-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) erreichen unter Pralsetinib hohe Ansprechraten (ORR) bei langer Ansprechdauer (DoR).1 Dies zeigen aktuelle, auf dem 2021 ASCO Annual Meeting vorgestellte Daten der Phase-I/II-Studie ARROW. Zudem überlebten die PatientInnen länger als ein Jahr ohne Progression. PatientInnen, die Pralsetinib als First-Line-Therapie erhielten, profitierten besonders deutlich von der Therapie.1 Pralsetinib ist ein selektiver RET-Inhibitor2, der sich in der späten klinischen Entwicklung befindet. In den USA ist Pralsetinib bereits seit 2020 durch die U.S. Food an Drug Administration (FDA) für die Behandlung von RET-Fusions-positivem NSCLC und Schilddrüsenkarzinom sowie RET-positivem medullärem Schilddrüsenkarzinom zugelassen*.3

Mit der der Phase-I/II-Studie ARROW wird die Wirksamkeit und Sicherheit von Pralsetinib bei PatientInnen mit fortgeschrittenen oder metastasierten RET-Fusions-positiven oder RET-mutierten soliden Tumoren untersucht.4 Zum Cut-Off (6. November 2020) waren 216 PatientInnen mit RET-Fusions-positivem NSCLC eingeschlossen, von denen 148 Pralsetinib nach Vorbehandlung (davon 126 mit platinbasierter Chemotherapie) und 68 als First-Line-Behandlung erhielten.1

Ansprechrate von fast 80 Prozent
Von den nicht vorbehandelten NSCLC-PatientInnen sprachen 79 % (95%-KI: 68-88 %) auf Pralsetinib an. Zum Cut-Off konnte ihre mediane Ansprechdauer noch nicht bestimmt werden (95%-KI: 9,0 Monate – n.e.). Sie überlebten median mehr als ein Jahr progressionsfrei (mPFS: 13,0 Monate; 95%-KI: 9,1 Monate – n.e.).1 „Diese First-Line-Daten zeigen, wie wichtig es ist, dass RET-Fusions-positive NSCLC-Patientinnen und -Patienten so früh wie möglich mit einem zielgerichteten Wirkstoff behandelt werden“, betonte Prof. Dr. med. Griesinger, Oldenburg.

Fast zwei Jahre Ansprechen
Die mediane ORR der mit einer platinbasierten Chemotherapie vorbehandelten PatientInnen betrug 62 % (95%-KI: 53-70 %). Sie sprachen median fast zwei Jahre (mDoR: 22,3 Monate; 95%-KI: 15,1 Monate – n.e.) auf Pralsetinib an und erreichten ein medianes PFS von fast eineinhalb Jahren (mPFS: 16,5 Monate; 95%-KI: 10,5-24,1).1
Wie die nicht vorbehandelten PatientInnen sprachen auch die vorbehandelten nach median 1,8 Monaten auf den selektiven RET-Inhibitor an.1 „Die Studie schloss in der therapienaiven Gruppe auch Patientinnen und Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand ein. Sowohl bei diesen als auch bei den vorbehandelten Patientinnen und Patienten besteht ein hoher Remissionsdruck“, erläuterte Prof. Griesinger. „Dass die Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen in der Regel bereits nach weniger als zwei Monaten ansprechen, ist ein Vorteil von Pralsetinib.“

Eine vorherige Analyse weist zudem darauf hin, dass Pralsetinib auch im ZNS wirksam ist.5 Insgesamt erwies sich Pralsetinib als gut verträglich. Nebenwirkungen waren vorrangig vom Grad 1/2 und nur 6 % aller PatientInnen in der ARROW-Studie brachen die Therapie ab.1

Zudem wird in der ARROW-Studie die tumoragnostische Wirksamkeit und Sicherheit von Pralsetinib bei verschiedenen RET-Fusions-positiven soliden Tumoren (u.a. Pankreaskarzinom) untersucht. Eine Analyse zeigt, dass auch diese PatientInnen auf Pralsetinib ansprechen.6

Molekulargenetische Marker ermöglichen Chancen
Mittlerweile stehen für knapp zwei Drittel aller NSCLC-PatientInnen, bei denen ein molekulargenetischer Marker nachgewiesen werden kann, zielgerichtete Therapieoptionen zur Verfügung.7 So können spezifische Inhibitoren wie Alecensa®▼ (Alectinib) oder Rozlytrek®▼ (Entrectinib) die Prognose von PatientInnen mit ALK- bzw. ROS1- oder NTRK-Fusions-positivem NSCLC deutlich verbessern.8,9 Daher empfiehlt die Onkopedia-Leitlinie, dass die Testung auf therapierelevante Alterationen bei „allen Patienten [mit NSCLC] im Stadium IV vor Beginn einer medikamentösen Erstlinientherapie erfolgen“ soll.10
Rozlytrek und Alecensa werden – neben anderen Wirkstoffen von Roche – in der ebenfalls beim Amerikanischen Krebskongress vorgestellten Umbrella-Studie TAPISTRY in einem tumoragnostischen Setting bei PatientInnen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren untersucht.11


* Die FDA-Zulassung von GAVRETO umfasst die Behandlung von3

  • erwachsenen PatientInnen mit metastasiertem RET-Fusions-positivem NSCLC,

  • erwachsenen und pädiatrischen PatientenInnen ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem oder metastasiertem RET-positivem medullärem Schilddrüsenkarziom, bei denen eine systemische Therapie erforderlich ist,

  • erwachsenen und pädiatrischen PatientenInnen ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem oder metastasiertem RET-Fusions-positivem Schilddrüsenkarziom, bei denen eine systemische Therapie erforderlich ist und die hinsichtlich einer Radiojodtherapie refraktär sind.

Referenzen

1 Curigliano G et al., J Clin Oncol 2021; 39 (suppl 15): Abstr 9089.
2 Subbiah V et al., Cancer Discov 2018; 8(7): 836-849.
3 Prescribing Information GAVRETOTM. Stand: 12/2020.
4 https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03037385

(aufgerufen im Juni 2021).
5 Gainor JF. Poster 281, ASCO 2020, 29.05.-02.06.2020 (virtuell).
6 Subbiah V et al., J Clin Oncol 2021; 39 (suppl 15): Abstr 3079.
7 Hirsch FR et al., Lancet 2017; 389 (10066): 299–311.
8 Fachinformation Alecensa®. Stand: 04/2020.
9 Fachinformation Rozlytrek®. Stand: 10/2020.
10 Griesinger F et al., Onkopedia-Leitlinie „Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC)“. Stand: 10/2019.
11 https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04589845

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Virtueller Amerikanischer Krebskongress 2021: RET-Fusions-positive NSCLC-PatientInnen sprechen schnell, stark und langanhaltend auf Pralsetinib an

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