Grenzach-Wyhlen, 29. Oktober 2021

Husten, Kurzatmigkeit und dann die Diagnose: ein Tumor in der Lunge. Was früher für die Patient:innen Chemotherapie und ein in der Regel kurzes Siechtum bei geringer Lebensqualität bedeutete, ist für die Ärzt:innen heute eine so komplexe wie einfache Heraus­forderung. Komplex, denn Lungenkrebs ist schon lange nicht mehr einfach nur Lungen­krebs und die Therapieoptionen sind entsprechend vielfältig. Doch war es auch noch nie so einfach wie heute, Patient:innen mit Lungenkarzinom gut und lange zu behandeln – insbeson­dere, wenn es sich um ein Fusions-positives nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) handelt. Beim DGHO-Symposium „Lungenkarzinom – ganz einfach!“* erläuterten die Experten Dr. Claas Wesseler, Hamburg, PD Dr. Niels Reinmuth, München, Dr. Florian Länger, Hannover, welche Patient:innen besonders von einem zielgerichtete Wirkstoff wie Alecensa® (Alectinib) und Rozlytrek®▼ (Entrectinib) oder einer Immuntherapie wie Tecentriq® (Atezolizumab) profitieren können.

„Lungenkrebs kann jede:n treffen“, konstatierte Dr. Wesseler. „Und der Wunsch, glücklich, zufrieden und bei guter Lebensqualität alt zu werden – auch wenn es zu einer Tumorerkrankung kommt –, ist heutzutage nicht mehr nur ein Wunsch, sondern ist dank der zur Verfügung stehenden Therapie­optionen tatsächlich möglich.“ Doch die Dauer des Überlebens hängt entscheidend davon ab, welches Lungenkarzinom vorliegt. „Lungenkrebs ist nicht mehr eine Erkrankung mit einer einzigen therapeutischen Richtung, sondern eine mit vielen verschiedenen Richtungen“, ergänzte PD Reinmuth. „Entscheidend ist, so früh wie möglich die individuelle Richtung herauszufinden.“

NSCLC: Mit Test und TKI deutlich länger überleben

Daher steht vor der Therapie die genaue Differenzierung des Lungenkarzinoms: SCLC oder NSCLC? PD-L1 hoch oder nicht? Plattenepithel-, Adeno- oder großzelliges Karzinom? Wildtyp oder durch eine onkogene Alteration ausgelöst? Dr. Länger betonte, wie wichtig neben einer genauen histo­logischen Untersuchung eine umfassende molekulargenetische Testung für die Therapie­entscheidung sei: „Selbst auf lang bekannte Marker wie EGFR werden nur 80 Prozent der Patient:innen vor Einleiten der Ersttherapie getestet. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass bei jeder:m fünften Patient:in die Möglichkeit einer molekular zielgerichteten Therapie überhaupt nicht überprüft wird.“

Welchen Unterschied die richtige Behandlung ausmacht, verdeutlichte PD Reinmuth am Beispiel des ALK-Fusions-positiven NSCLC: Wird ein:e Patient:in nicht getestet und deswegen nicht mit einem zielgerichteten Wirkstoff behandelt, sind die Überlebenschancen sehr gering – in der Regel deutlich unter einem Jahr. Dies ändert sich drastisch mit einem entsprechenden TKI wie Alectinib: In der ALEX-Studie erreichten die Patient:innen ein PFS von fast drei Jahren1 und die 5-Jahres-OS-Rate lag bei 62,5 %.2 Damit ist Alectinib auch Crizotinib überlegen, was aktuelle Real-World-Daten unter­streichen: Sowohl hinsichtlich des OS, des PFS und der Zeit bis zur Entstehung neuer ZNS-Metastasen geht Alectinib mit einem signifikanten Vorteil einher.3 „Progressionsverhinderung – nicht nur des Primärtumors, sondern auch von ZNS-Metastasen – sollte bei der Therapieentscheidung und Sequenz­planung berücksichtigt werden“, hob PD Reinmuth hervor. „Am Anfang sollte die Therapie­option eingesetzt werden, die den Patient:innen ein möglichst langes PFS ermöglicht.“

Es gibt auch ein langes Überleben ohne TKI

„Neben zielgerichteten Therapieoptionen werden beim NSCLC aber auch Immuntherapien weiterhin eine Rolle spielen; in Kombination mit Chemotherapien oder auch – zukünftig – als (Neo-)Adjuvanz in frühen NSCLC-Stadien“, so Dr. Wesseler. Denn dank Immuncheckpoint-Inhibitoren wie Atezolizumab können auch NSCLC-Patient:innen ohne eine Treiberalteration immer länger überleben.

Die Therapielandschaft des Lungenkarzinoms und des NSCLC im Besonderen ist so vielfältig wie nie, was – und da waren sich die Experten einig – bedeutet, dass sich die Therapie nicht bis zur letzten Linie vorausplanen lässt. Im Laufe der Zeit können sich neue Optionen ergeben – sei es, weil andere Treiberalterationen in den Vordergrund treten oder es neue Therapieoptionen gibt. „Neben einer molekularen Testung vor Einleiten der Ersttherapie sollte daher auch immer bei Tumorprogress eine Re-Testung in Erwägung gezogen werden“, appellierte Dr. Länger.

* Das von Roche veranstaltete Symposium „Lungenkarzinom – ganz einfach!“ fand am 2.10.2021 im Rahmen des DGHO-Kongresses statt.

DGHO Pathways

Referenzen
1 Mok T et al., Poster 1484PD, ESMO 2019, 27.09. – 01.10.2019, Barcelona (Spanien).

2 Peters S et al., J Clin Oncol 2020: 38 (suppl; abstr 9518).

3 Krebs MG et al., ESMO 2021, #1201P.

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Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.

DGHO 2021: Lungenkarzinom – ganz einfach!

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