Grenzach-Wyhlen, 30. September 2022

Beim Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Paris wurden Real-World-Daten zum Einsatz des PD-L1-Inhibitors Atezolizumab (Tecentriq) beim kleinzelligen Lungenkarzinom (ES-SCLCi) und ein Daten-Update der Zulassungsstudie des Tyrosinkinase-Inhibitors (TKI) Pralsetinib vorgestellt. Für den Versorgungsalltag von Patient:innen mit ES-SCLC bedeutete die Zulassung von Atezolizumab4 in Kombination mit Carboplatin/Etoposid einen deutlichen Fortschritt:5 Ähnlich wie in der zulassungsrelevanten Studie IMpower133 konnte mit Atezolizumab ein verlängertes progressionsfreies sowie Gesamtüberleben erzielt werden.6,1

  • Real-World-Daten aus dem deutschen CRISP-Register bestätigen die Ergebnisse der Zulassungsstudie von Tecentriq® (Atezolizumab) plus Chemotherapie beim fortgeschrittenen SCLC.

  • Die Daten zeigen einen Vorteil beim medianen progressionsfreien Überleben und beim Gesamtüberleben im Vergleich zu platinhaltiger Chemotherapie allein.1

  • Die Ergebnisse der Real-World-Studie IMfirst untermauern die Wirksamkeit der Krebsimmuntherapie, auch bei Patient:innen mit schlechterem Allgemeinzustand als in der Zulassungsstudie.2

  • Ein Update der ARROW-Studie bestätigt die klinische Wirksamkeit von Gavreto®▼ (Pralsetinib) beim metastasierten RET-Fusions-positiven NSCLC in der Langzeitanwendung.3

Real-World-Daten des deutschen CRISP-Registers bestätigen OS-Vorteil

Das CRISPii-Register ist eine Forschungsplattform, in der Daten aus dem deutschen Versorgungsalltag von Patient:innen mit Lungenkarzinomen erhoben werden. Die beim ESMO präsentierte Analyse umfasst Daten von 456 ES-SCLC-Patient:innen mit einem ECOGiii Performance-Status von 0, 1, 2 und höher. Bei einem Viertel wurden Hirnmetastasen detektiert. 16 % der Patient:innen zeigten bei der Aufnahme in das Register einen ECOG 2 oder höher.1 In der Zulassungsstudie IMpower133 waren ausschließlich Proband:innen mit ECOG 0 und 1 eingeschlossen.6

Die Registerdaten zeigen: Die häufigste Firstline-Therapie war die Kombination aus Atezolizumab plus Carboplatin/Etoposid (71 %), gefolgt von Carboplatin/Etoposid ohne KIT (16 %). Für Atezolizumab plus Chemotherapie betrug das mediane progressionsfreie Überleben (mPFSiv) 6,1 Monate (95%-KI: 5,3-6,5 Monate), für Carboplatin/Etoposid allein hingegen 5,7 Monate (95%-KI: 4,5-7,4 Monate). Das mediane Gesamtüberleben (mOSv) lag mit KIT bei 10,7 Monaten (95%-KI: 9,2-12,2 Monate) verglichen mit 9,3 Monaten (95%-KI: 6,6-12,3 Monate) ohne. Diese Daten aus dem Versorgungsalltag bestätigen den Überlebensvorteil, der mit einer KIT erzielt werden kann und belegen die Wirksamkeit von Atezolizumab in der klinischen Praxis.1

IMfirst: Daten untermauern Ansprechen auf Atezolizumab auch bei schlechter Prognose

Auch Daten der spanischen Phase-IIIb-Studie IMfirst bestätigen die Wirksamkeit der Firstline-Therapie mit Atezolizumab plus Chemotherapie im Versorgungsalltag: In der offenen Interventionsstudie erhielten 155 Studienteilnehmer:innen Atezolizumab plus Carboplatin oder Cisplatin und Etoposid. Bei Studienbeginn zeigten diese Real-World-Patient:innen im Vergleich zur Population der Zulassungsstudie IMpower133 häufiger Anzeichen für eine schlechte Prognose: 17,4 % litten an Hirnmetastasen, 11 % hatten einen ECOG 2 oder höher. Die Gesamtansprechrate (ORRvi) betrug 69 %, die mediane Ansprechdauer (mDoRvii) betrug 5,1 Monate (95%-KI: 4,8-5,8). Das mediane mPFS betrug 6,2 Monate (95%-KI: 5,8-6,4 Monate), das mOS lag bei 10,0 Monaten (95%-KI: 8,6-11,9 Monate). Die Sicherheitsdaten in dieser Studie entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofil der Zulassungsstudie, es wurden keine neuen Signale beobachtet.2

ARROW-Studie: Gesamtüberleben von nahezu vier Jahren mit Pralsetinib

Neue Daten gab es auch aus dem Bereich der zielgerichteten Therapien beim treiberalterierten nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLCviii). Beim NSCLC bietet die Testung auf molekulargenetische Marker die Chance auf eine zielgerichtete Therapie. Pralsetinib (Gavreto) ist zugelassen für die Behandlung von erwachsenen Patient:innen mit RETix-Fusions-positivem, fortgeschrittenem NSCLC.7 Basis der Zulassung ist die ARROW-Studie, in der Pralsetinib als Monotherapie bei Patient:innen, die zuvor nicht mit einem RET-Inhibitor behandelt wurden, eine sehr hohe Ansprechrate und lange Ansprechdauer zeigte.8,9

Im Update der Studiendaten wurden 260 Patient:innen mit dem TKI behandelt: Die aktuellen Daten bestätigen die gute klinische Wirksamkeit von Pralsetinib. Die ORR betrug 63,1 % bei Platin-vorbehandelten Patient:innen und 77,6 % bei nicht systemisch vorbehandelten Patient:innen. Bei Vortherapie betrug das mOS 44,3 Monate, ohne systemische Vortherapie wurde das mOS bislang noch nicht erreicht. Auch mit diesem verlängerten Follow-up erwies sich Pralsetinib als sicher und gut verträglich und ist somit für eine Langzeitbehandlung geeignet. Das Sicherheitsprofil ist gut zu handhaben. Wenn erforderlich, kann die Dosis reduziert werden.3


i Extensive stage small cell lung cancer (ES-SCLC)
ii Clinical Research platform Into molecular testing, treatment and outcome of (non-)Small cell lung carcinoma Patients (CRISP)
iii Eastern Co-operative Oncology Group (ECOG)
iv Median progression-free survival (mPFS)
v Median overall survival (mOS)
vi Overall response rate (ORR)
vii Median duration of response (mDoR)
viii Non-small cell lung cancer (NSCLC)
ix Rearranged-during-Transfection (RET)

Referenzen

[1] Sebastian M et al. ESMO 2022, Poster 1542P

[2] Garcia-Campelo R et al. ESMO 2022, Poster 1531

[3] Besse B et al. ESMO 2022, Abstract 1170P

[4] Fachinformation Tecentriq®, aktueller Stand

[5] Sabari JK, Lok BH, Laird JH et al. Nat Rev Clin Oncol 2017; 14(9):549-561

[6] Reck M et al. ESMO 2019, Abstr. 1736O

[7] Fachinformation Gavreto®, aktueller Stand

[8] Curigliano G et al. J Clin Oncol 2021; 39 (suppl 15): Abstr 9089

[9] Gainor JF et al. Lancet Oncol 2021

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Daten-Updates zur Lunge: Länger leben mit ES-SCLC und RET-Fusions-positivem NSCLC

[blacktriangle] Gavreto unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Auch Patienten können dabei helfen, indem Sie jede auftretende Nebenwirkung melden.

Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die
Roche Pharma AG

grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 7624 14 3183 oder an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte +49 228/207-5207

Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.

Download

Für Anfragen zum Unternehmen:

Für Anfragen zu Produkten:

Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation

  • Onkologie
  • Krebserkrankungen

Sie verlassen nun roche.de

Links zu Websites Dritter werden im Sinne des Servicegedankens angeboten. Der Herausgeber äußert keine Meinung über den Inhalt von Websites Dritter und lehnt ausdrücklich jegliche Verantwortung für Drittinformationen und deren Verwendung ab.