Tecentriq®▼ (Atezolizumab) verbesserte im Vergleich zu Best Supportive Care (BSC) bei PatientInnen mit PD-L1-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) im Frühstadium signifikant das krankheitsfreie Überleben.1
Es ist die erste und einzige Krebsimmuntherapie mit positiven Phase-III-Ergebnissen in der adjuvanten Behandlung von Lungenkrebs.
Rund 50 % der PatientInnen erleiden nach einer Operation ein Rezidiv, neue adjuvante Behandlungsoptionen werden bei Lungenkrebs im Frühstadium dringend benötigt.
Im frühen, kurativen Stadium des NSCLC ist nach operativer Entfernung des Tumors die platinbasierte Chemotherapie derzeitiger Standard. Diese adjuvante Therapieoption bietet nur eine geringe Verbesserung der Fünf-Jahres-Überlebensrate von 4 – 5 %, denn trotz einer frühzeitigen Diagnose kommt es bei fast 50 % der PatientInnen im weiteren Verlauf der Krankheit zu einem Rezidiv.2 In 85 % der Fälle manifestiert sich dieses in Form von Fernmetastasen, die Chance auf eine Heilung ist damit gering, die Lebenserwartung reduziert sich deutlich.3,4 Eine möglichst wirksame adjuvante Therapie, die das Auftreten von Rezidiven verzögert oder verhindert und die krankheitsfreie Zeit erhöht, ist daher entscheidend. Bei PatientInnen mit fortgeschrittenem NSCLC hat sich die Krebsimmuntherapie mittlerweile als Standard etabliert und die Überlebenswahrscheinlichkeiten der PatientInnen verglichen mit alleiniger Chemotherapie signifikant erhöht.5 Diese Entwicklung zeichnet sich nun auch in der adjuvanten Behandlung des frühen NSCLC ab. Das zeigen erstmals positive Daten der IMpower010-Studie mit Tecentriq, die als erste Studie überhaupt deutliche Vorteile der Krebsimmuntherapie im adjuvanten Setting zeigt.1
Erstmals positive Phase-III-Daten einer adjuvanten Krebsimmuntherapie im frühen NSCLC-Stadium
In der aktuellen Interimsanalyse der globalen, multizentrischen, offenen, randomisierten Studie IMpower010 reduziert sich nach Operation und platinbasierter Chemotherapie das Risiko eines Krankheitsrückfalls oder Todes mit Tecentriq im Vergleich zu BSC um 34 % (HR: 0,66; 95 %-KI: 0,50 – 0,88).1 Das mediane krankheitsfreie Überleben (DFS) wurde bei diesen NSCLC-PatientInnen im Stadium II–IIIA, deren Tumoren
PD-L1 ≥ 1 % exprimieren, für Tecentriq im Vergleich zu 35,3 Monaten für BSC sogar noch nicht erreicht. In der Gesamtpopulation, unabhängig vom PD-L1-Status und mit Stadium II-IIIA reduzierte Tecentriq das Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung oder Tod um 21 % (HR: 0,79; 95 %-KI: 0,64 – 0,96) nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 32,2 Monaten.1 Bei diesen PatientInnen erhöhte Tecentriq das DFS um median sieben Monate (42,3 Monate vs. 35,3 Monate unter BSC).1 Die Sicherheitsdaten für Tecentriq entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofil und es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet. Die adjuvante Therapie mit Tecentriq beim NSCLC scheint eine vielversprechende Option in der zukünftigen Behandlungsstrategie zu sein.
Bedeutung der Krebsimmuntherapie nimmt zu, neue Wirkstoffe in klinischer Entwicklung
Tecentriq hat in der Vergangenheit einen klinisch bedeutsamen Nutzen bei verschiedenen Arten von Lungenkrebs gezeigt und ist in der First-Line-Behandlung des metastasierten NSCLC in zwei verschieden Kombinationen mit Chemotherapie bzw. Chemotherapie und Avastin® (Bevacizumab) zugelassen.5 Seit April 2021 steht Tecentriq darüber hinaus für NSCLC-PatientInnen im metastasierten Stadium mit hoher PD-L1-Expression (TC3 oder IC3-WT: PD-L1-Expression auf mind. 50 % der Tumorzellen [TC3] oder mind. 10 % der tumorinfiltrierenden Immunzellen [IC3]) und ohne ALK- oder EGFR-Mutation als Monotherapie zur Verfügung.5
Allerdings profitiert bisher nur ein Teil der PatientInnen von Krebsimmuntherapien. Neben dem PD-L1-Inhibitor wird daher auch das neuartige, von Roche entwickelte Krebsimmuntherapeutikum Tiragolumab in Studien untersucht. Tiragolumab richtet sich gegen eine andere Ziel-Struktur und bindet an das Protein TIGIT, das sich auf aktivierten T-Zellen und NK-Zellen bei verschiedenen Krebsarten befindet. Die unterschiedlichen Mechanismen der beiden Wirkstoffe könnten sich synergistisch ergänzen und dadurch den Anteil der PatientInnen, die von einer Krebsimmuntherapie profitieren können, merklich erhöhen. Erste Daten sind vielversprechend: Eine explorative Analyse der internationalen, randomisierten und doppelblinden Phase-II-Studie CITYSCAPE zeigte, dass das Ansprechen unter Tiragolumab in Kombination mit Tecentriq im Vergleich zur Monotherapie mit Tecentriq deutlich erhöht wurde.6 Die FDA erteilte dem Anti-TIGIT-Antikörper zu Anfang des Jahres den Status einer „Breakthrough Therapy“ in der Behandlung des NSCLC.
Neben der CITYSCAPE-Studie wird die Wirkstoffkombination bereits in zwei Phase-III-Studien für bestimmte Formen des Lungenkrebses getestet. Die Kombinationstherapie wird zudem bei weiteren soliden Tumoren und hämatologischen Krebserkrankungen untersucht.
Referenzen
1 Wakelee HA et al., J Clin Oncol 2021; 39 (Suppl 15; Abstr 8500)
2 Artal Cortés Á et al., Transl Lung Cancer Res 2015; 4(2): 191-7
3 Yano T et al., World J Clin Oncol 2014; 5(5): 1048-54
4 Mountain CF, Chest 1997; 111(6): 1710-17
5 Fachinformation Tecentriq®, aktueller Stand
6 Rodriguez-Abreu D et al., J Clin Oncol 2020; 38 (Suppl. Abstract 9503)
Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation
Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.
▼ Wichtiger Hinweis
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden.
Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die
Roche Pharma AG
Links zu Websites Dritter werden im Sinne des Servicegedankens angeboten. Der Herausgeber äußert keine Meinung über den Inhalt von Websites Dritter und lehnt ausdrücklich jegliche Verantwortung für Drittinformationen und deren Verwendung ab.